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Donnerstag, 26. Mai 2022

5.Nationaler (EGK 5 Days)

Chaumont Pierre-à-Bot
Mittwoch, 18. Mai 2022
18:00 Uhr

Säli-Engelberg, Elefantenplatz/Steinbruch

Mittwoch, 25. Mai 2022
18:00 Uhr

Born, 1000er Stägeli

Mittwoch, 1. Juni 2022
18:00 Uhr

Stadt Olten, Brunnen Schützi Parkplatz

Hier bald neuster Eintrag.

NEWS

21.03.2022
Florian

OL à discrétion

... und was die Zeit im Nachwuchskader Bern/Solothurn sonst noch so mit sich brachte. Vielen Dank an Florian für diesen exklusiven Einblick!

Nach sechs Jahren mit dem Nachwuchskader Bern/ Solothurn hat man zwar nicht die ganze Welt gesehen, aber man kann doch einige europäische und vor allem Schweizer Wälder aufzählen. Angefangen hat alles an einem nicht ganz so weit entfernten Ort: auf dem Balmberg, an meinem ersten «KAZU (Kaderzusammenzug) über dem Nebel». Dies sollten die zwei ersten von insgesamt 214 Tagen werden, die ich in den darauffolgenden sechs Jahren mit den Soubären verbringen durfte.

Obwohl wir hauptsächlich natürlich an unseren OL-Fertigkeiten feilten, wurden auch diverse andere Sportarten nicht vernachlässigt: Es gab Tichu-Turniere, Fussballspiele gegen die anderen Regionalkader, Ausflüge in den Kletterpark, Aquajogginglektionen im Hallenbad und sogar einen Biathlonwettkampf in Langis. Wir spielten Kubb, Badminton, Volleyball und Minigolf. Kurz: Die sportlichen Aktivitäten waren zahl- und abwechslungsreich. Viel Abwechslung boten selbstverständlich auch die OL-Trainings. Unzählige Kilometer absolvierten wir in den dornigen Wäldern des Mittellands. Daneben erklommen wir die steilen Hänge im Tessin, versanken bis zu den Knien in den Sümpfen Skandinaviens, flitzten über die offenen Ebenen des Flüela- und Berninapasses und sprangen über die Steinmauern im Jura. Wir zwängten uns durch die engen Gässchen eines Bündner Bergdorfes und kurvten um tiefe Senken in Slowenien. Manchmal fehlten auf der Karte die Wege und Vegetationen, ab und zu war sie übersäht mit weissen Flächen oder wir mussten einem Korridor folgen. Mir machten Bekanntschaften mit Zecken, lästigen Mücken, Zecken, diversen Rehen und Hasen, dem einen oder anderen Elch und Zecken. So einige Male kam man nach einem Training mit blutigen, von Dornen zerkratzten Beinen und Armen zurück - das Lächeln im Gesicht fehlte jedoch nie.

Auch die Erlebnisse neben dem OL bleiben mir in Erinnerung. Seien es die Schere-Stein-Papier-Turniere, um die Person zu bestimmen, die nach dem Essen die Tische abräumen musste, oder die Gesangseinlagen unter der Dusche, die dazu führten, dass man am Abend heiserer war als nach einem EHCO-Match.

Als OL-Läufer hat man bekanntlich nicht allzu grosse Ansprüche auf Komfort. Auch während der Zeit im Regionalkader wurde das manchmal mehr, manchmal weniger auf die Probe gestellt: Mal schliefen wir alle zusammengequetscht auf Matratzen in einer Turnhalle, mal in grossräumigen Doppelzimmern eines Sportzentrums. Einmal genossen wir im Restaurant Pizza à discrétion bis allen schlecht war, andere Male Reis aus einer verkohlten Pfanne. Im Jugendlager im Tessin duschten wir unter freiem Himmel im Rasen neben der Unterkunft, im Lager in La Punt Chamues-ch badeten wir im kalten Inn und in Schweden schwammen wir neben Quallen im Meer.

Es war eine intensive Zeit: Im Keller stapelten sich die verbrauchten OL-Schuhe, im Ordner die gesammelten OL-Karten und auf der Sportuhr summierten sich die Trainingsstunden. Von Jahr zu Jahr wurden die Intervalltrainings intensiver, die Longjoggs länger und die Krafttrainings härter. Manchmal brauchte es mehr Motivation, um nach einem langen Schultag noch im Bannwald meine Runden zu drehen, oft war ich aber auch froh, nach dem vielen Sitzen noch etwas die Beine vertreten und den Kopf durchlüften zu können. So einige Male lautete die Antwort auf die Frage, ob man denn heute Abend noch an die eine Party oder in die andere Bar käme: «Nei sorry, ich ha morn Wettkampf». Doch wenn man dann am darauffolgenden Tag in der überfüllten Garderobe in der Turnhalle von Gontenschwil oder unter der kalten Dusche nach dem Wettkampf seine Kadergspähnli traf, dann wusste man, dass man am richtigen Ort war.

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OL à discrétion