Hier bald neuster Eintrag.

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23.08.2025
Andi

SIMM – We did it again!

Kultstatus umschwebt den SIMM bei seiner 50. Austragung. Gestartet in den 70er Jahren als Karrimor wandelte der Anlass mehrfach seinen Namen. Heute also SIMM, offiziell Swiss International Mountain Marathon (Aussenstehende würden Swiss wohl durch Spinner ersetzen). Das Format ist unverändert geblieben: 2 Tage möglichst schnell in anspruchsvollen Gebirgslandschaften navigieren. Der Clou: das ganze Gepäck (Zelt, Essen, Kleider,…) läuft am Rücken mit. Dieses Jahr in der Region Klosters / Davos.

Erich und ich sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Dies ist unsere dritte SIMM-Teilnahme. Die altersbedingt langsam rückläufige Formkurve kompensieren wir mit einem feinen Gespür für gute Routen und optimiertem Gepäck. Unsere Rucksäcke wiegen vollgepackt (inkl. Tagesvorrat Wasser) nur knapp 6kg.

170 Teams stehen am Samstag startbereit. Ein heftiges Gewitter fordert die Rennleitung allerdings zu einer kurzfristigen Programmänderung. So warten wir die erste halbe Stunde dicht aneinandergedrängt unter einer schützenden Skiliftstation, bis die Blitze vorbeigezogen sind und wir gefahrlos starten können. Und dann geht’s los, zuerst über Weideland und Bergwege hinein in felsigere Gebiete. Die Schutthalden rund um das Weissfluhjoch kosten ordentlich Kraft. Hier macht sich dann auch die Höhe von 2600 müM bemerkbar. Wir kommen ausser Atem aber ohne grössere Schwierigkeiten im Camp auf dem Gotschnagrat an. Für die Übernachtung kommen alle Teams wieder zusammen. Wir sind mit dem frühen Eintreffen im Vorteil, dass wir uns einen idealen (sprich möglichst flachen) Zeltplatz auswählen können. Die Zeit im Camp geht mit Essen und Plaudern schnell rum. Einzig die Nacht zieht sich lange hin. Tiefschlaf ist nicht zu finden, erholen konnten wir uns dennoch ausreichend.

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Und so stehen wir am Sonntagmorgen motiviert am Jagdstart als Dritte in der Männerkategorie. Das viertplatzierte Team startet mit wenig Rückstand und hat uns nach zwei Posten tatsächlich schon eingeholt. Unsere Routenwahl war zu Beginn nicht optimal. Wir lassen uns nicht beirren und können unseren Vorsprung im Anstieg zum Casannapass sogar wieder ausbauen. In der steilen Grashalde hinauf zu Posten 4 kommen wir allerdings gehörig ins Schnaufen. Die folgenden Abschnitte gehen dann wieder flüssiger. Wir halten die Höhe optimal, auch der Übergang vom alpinen Gelände in den Bergwald gelingt sehr gut. Wir finden eine perfekte Route durch den Erlendschungel. Nun treffen wir wieder vermehrt auf Wegpassagen. Nach dem kräftezehrenden Querlaufen sind die festen Wege unter den Füssen ein Segen. Der Weg ins Ziel zieht sich dann allerdings noch ordentlich hin, die Beine werden zunehmend schwer. Da ist der Kopf gefragt. Dann, nach 7 Laufstunden, 37km und 2000 HM „fliegen“ wir durchs Ziel, glücklich es einmal mehr aufs Podest geschafft zu haben. Die nächsten Tage werden uns die schweren Beine noch begleiten. Aber: es war ganz einfach wieder ein tolles OL-Erlebnis!

Kartenausschnitte: unsere Route in rot, das Spitzenteam in grün

Tag 1: wir wählten von Po 6 zu 7 die sichere Variante und stiegen nach dem Grüenturm soweit ab, dass wir gefahrlos unter den Felsbändern hindurch kamen. Mehrere Teams wählten die heikle Traverse direkt auf der Höhenlinie und liessen dabei zum Teil viel Zeit liegen bei der Suche eines Felsdurchgangs.

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Tag 2: perfekte Route von Po 8 zu 9. Von Po 9 zu 10 wäre die weglose Variante oben durch (rote Route) dann allerdings besser gewesen. Die Querung des steilen Wildbachs auf 1660 müM war ganz schön knackig.

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SIMM – We did it again!